Donnerstag, 23. Juni 2011

Autofahrer Stereotypen 01/Schleicher

Ich fahre jetzt seit 7 1/2 Jahren Auto und werde mein Gefährt Ende des Jahres abgeben, um mich unter die studentischen Gratis-Bahnfahrer zu mischen. Es wird Zeit, aus diesen benzinfressenden Jahren ein Resümee zu ziehen. Da ist mir die Idee gekommen (und da bin ich nicht der Erste, aber scheiß drauf), die Spacken, denen ich Tag für Tag auf der Straße begegnet bin, in Schubladen zu stecken und entsprechende Bildchen zu zeichnen.

Eigentlich soll man ja Menschen nicht in Schubladen stecken, aber bei Autofahrern geht das einfach wunderbar gut und somit vergesse ich meine guten Manieren und präsentiere hier in nächster Zeit ein paar Stereotypen. Den Anfang müssen heute einfach die Schleicher machen, von deren Sorte ich pro Arbeitstag mindestens ein Exemplar vor mir habe:


Das Phänomen des Schleichers findet sich in allen Altersschichten wieder, aber erstaunlicherweise ähneln sich die Verhaltensmuster der einzelnen Subjekte immens.
Schleicher meiden Autobahnen und Schnellstraßen. Meist findet man sie auf ländlichen Wegen und Kreisstraßen, gelegentlich auf Bundesstraßen. Man erkennt sie daran, dass sie bis zu 20 km/h langsamer fahren als zugelassen und an Kreisverkehren so lang stehen bleiben, bis sich kein Fahrzeug mehr in unmittelbarer Nähe dessen befindet.
In folgenden Formen trifft man Schleicher in einem Großteil der Fälle an:

1. Opa mit Hut
Diese Form des Schleichers ist besonders unberechenbar, da er zusätzlich zu den beschriebenen Verhaltensformen plötzlich und unerwartet bremsen kann. Von dichtem Auffahren wird nachdrücklich abgeraten. Er benutzt sein Auto, um zum Supermarkt oder zur Kirche zu kommen und hat es demnach niemals eilig. Von Drängeleien lässt er sich nicht beeindrucken, weil er sie einfach nicht wahrnimmt.
Typische Modelle: Mercedes A-Klasse, Opel Astra (BJ bis 2003), Opel Meriva

2. Junge Frau
Die junge Frau hat im Idealfall gerade ihren Führerschein gemacht. Um andere nicht zu gefährden, fährt sie extrem langsam. Wenn möglich, lernt ihr Auto den fünften Gang nicht kennen. Da ihr Freund/Mann die "wichtigen Fahrten" übernimmt, ist sie nicht in der Lage, Erfahrung zu sammeln. Muss sie auch nicht, denn ihre geplanten Kinder zur Schule bringen und den Weg zum Supermarkt schafft sie auch so irgendwie. Falls sie einen Arbeitsplatz hat, so ist dieser grundsätzlich innerhalb 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen.
Typische Modelle: Renault Twingo, Ford Ka

Falls jemand Ideen für weitere Stereotypen hat, immer her damit! Vielleicht habe ich den ein oder anderen Straßenkasper noch nicht in Planung ;-).

Kommentare:

  1. Ich finde, du hättest statt "Junger Frau" lieber "Mutti" nehmen sollen, oder war dir das zu politisch unkorrekt (hoho haha)? Denn die Beschreibung passt viel besser zum Typ "Mutti", obwohl sich deiner Ansicht nach ja anscheinend jede junge Frau früher oder später in eine "Mutti" verwandelt. Muttis erkennt man an Kindersitzen im hinteren Bereich des Wagens und spaßigen Aufklebern à la "Achtung, Leon-Fynn-Florian an Bord".

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  2. Uralte Frauen, die so klein sind, dass sie kaum übers Lenkrad gucken können! Da bekomme ich immer richtig Angst! :D
    Und hey, nen Twingo (von Mama) fahr ich auch! Aber: Ich KANN fahren ;) Und meistens leider eh zu schnell.........*räusper*
    Ganz lieb sind mir ja auch die Nicht-Blinker. Egal welcher Altersgruppe oder Geschlecht.
    Toll kommen auch die türkischen "Großfamilien" in Autos, Papa mit 40 kmh am Steuer, Mama mit Kopftuch Beifahrersitz, hinten Oma und zwei Söhne 10-25. Und Vattern is nur am Gestukulieren und Reden mit Mama und verpasst dadurch das Grünwerden jeder Ampel und hält zehn Meter hinter dem nächsten Auto in der Ampelschlange, damit auch ja Platz vergeudet wird.

    Andere Autofahrergruppen sind aber sicherlich auch gut zu karikieren: Die Proll 18 Jährigen im aufgemotzten viel zu tiefgeparkten VW Golf 3, Knutschkugelmädchen mit den neuesten Popliedern laut aufgedreht, Altautofahrer, die genau so toll aussehen wie ihr mehrfach gekittetes Blechauto usw.

    hf!

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  3. Mensch, das sind ja haufenweise gute Ideen :-D. Vielen Dank!
    Leider komm ich zeitlich nicht dazu, diese Reihe mal fortzusetzen...aber bald sind ja Semesterferien, vielleicht geht da was :-).

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